Schwer wie eine Feder 3

Es ist die letzte Pinnwand meiner Geschichte. Endlich geht es an die Entführung der Mumie Nesperennubs aus dem Britischen Museum und um ihre geheime Reise an den Ort der ewigen Ruhe: einer Gletscherspalte in der Schweiz. Die Freunde werden von einigen Widrigkeiten überrascht. Nesperennubs Misstrauen und Benus ungezähmter Hass verwandeln die Reise in einen finalen Kampf um Leben und Tod.
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8) Der britische Ägyptologe Taylor Smith drehte sich zum zehnten Mal in seinem zwei Meter breiten Bett um. Er schaute nach draußen auf den Brisbane River und die Story Bridge. Durch ihre aufwendige Beleuchtung wirkte die Brücke heiter und verspielt. Die Stadt schlief. Es gab keinen rationalen Grund, nachts so viele Lichter mit Strom zu versorgen. Er hatte den Eindruck, die Australier beleuchteten die Skyline nur für ihn, den schlaflosen Engländer.
9) Auf dem Bildschirm erschien ein hochmodernes Gebäude. Sein Dach war genauso schief wie die Glasfront. „Sagt mal, Leute, ist das Dach wirklich so schief oder liegt es an dem Lowland Whisky?“ fragte Benu amüsiert.  „Welches Dach?“ Richard schaute ihn bestürzt an.  „Das Gebäude sieht aus wie ein Betonbunker mit Fenster-front. Ein Platz für Tote mit Ausblick!“, urteilte Joe. Sie war eindeutig zu nüchtern.
4) „Ich gehe rein, Richard. Mir ist kalt.“  Joe ging auf ihn zu und schloss ihre Arme um ihn. Sie spürte seine Wärme und sie sah seine Gelassenheit, wenn sie in seine ruhigen, herzlichen Augen schaute. Aber sie sah noch etwas anderes. Etwas, was vor-her nie dagewesen war. In der Ferne seines Blickes, in seiner drucklosen Umarmung vermisste Joe Richards Lebenselixier. Seine Seele hatte sich auf den Weg gemacht. Sie war bereit zu sterben.
5) Benu stellte seinen Wagen vor den Hallen des Helikopter-flugplatzes ab. Er öffnete den Kofferraum. Befreit sprang Anu ins Freie und rannte sofort über die Wiesen. Seine Schnauze hing am Boden und er beschrieb große Kreise. Plötzlich blieb er stehen und drehte seinen hübschen Kopf zu Benu. Seine Augen glitzerten wie Gold.
2) „Sie möchten wissen, was in der Doughty Mews passiert ist. Du weißt schon. Ich komme mir vor wie bei der Inquisition. Ich glaube, ich werde meinen Mund gar nicht öffnen“, stöhnte Benu.  „Sie sollen ihn versetzen. Ich kann ihn wirklich nicht leiden.“  „So sieht er das aber nicht, Toni. Er sagt, mich kann keiner leiden, weil ich ein Sicherheitsrisiko bin.“  Toni schüttelte den Kopf.  „Ja, klar. Das wird Tom bestätigen. Du hast deine Sicherheit für ihn riskiert. Falls es das ist, was er…
10) Die Werbung zeigte Nesperennubs Sarg. Auf der linken Hälfte war der Deckel verschlossen. Das Abbild des würdevollen Priesters strahlte in seiner mystischen Schönheit. Die rechte Hälfte trug keine Abdeckung. Sie erlaubte dem Betrachter einen Blick in das Innere des Sarges. Die enthüllten Überreste von Nesperennub waren zu sehen. Es offenbarte sich ein seltsames Wesen, bestehend aus Knochen, alter Haut und einem nicht vollständig erhaltenen Schädel. Entstellt und für jeden sichtbar…
6) „Benu, wie tief noch? Verjüngt sich die Spalte?“  Er hatte keine Lust zu antworten. Hier befand er sich in einer wunderschönen blauen Welt. Sollten die da oben ihrem irdischen Stress nachjagen. Wie ging es Jacques Mayol damals in dem Film Rausch der Tiefe? Er hatte sich einfach ausgeklinkt. Er trennte die Verbindung zum irdischen Wahnsinn, um den Delfinen zu folgen. Sein Wunsch war es gewesen für immer in der blauen Schwerelosigkeit zu verharren. Benu wollte seinem Beispiel folgen. .
7) Nach fünf Minuten kamen sie endlich am Park im Russel Square an. Der leichte Nieselregen verwandelte sich in eine kontinuierliche Bewässerung. Nur leider schwemmte er Edwards Unwohlsein nicht weg, nein, er spülte dieses schlechte Gefühl noch tiefer in ihn hinein. Es durchdrang ihn wie das Regenwasser den Boden. Endlich standen sie alleine in der Grünanlage. Kein Mensch wollte bei diesem Wetter draußen sein. Es war Zeit, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
3) Daemon hingegen war hypernervös. Der Saal 62-63, in dem er sich befand, wurde in dem Lageplan mit der Beschriftung: „Das Leben nach dem Tod, ägyptische Mumien“, betitelt. Daemon hatte sich nie überlegt, was nach seinem Tod mit ihm passieren würde. Bestimmt würde Nesperennub etwas Wunderschönes erwarten, denn sonst hätte er nicht mit all seinen Kräften dafür gekämpft. Nun war der Priester seiner Erlösung schon ganz nahe.
1) Edward grinste.  „Du träumst wohl mal wieder, Chetba. Ronald hat mir erzählt, dass du öfters vor dich hinträumst und das auch noch während der Arbeitszeit. Ich bitte dich, geh zur Seite oder ich muss gleich zwei von euch zu Boden schlagen. Einen spanischen Koch und einen arabischen Sergeant. Ich bekomme richtig Angst! Hu, hu, hu!“

Weitere Ideen
Wunderschön!
Foto 4: "Ausgerechnet in dem einzigen, rosafarbenen Haus wohnte Fran, was ihm anfänglich einiges an Spott verschafft hatte." Fran ist Joes Kollege, der spanische Koch mit langem Zopf.
Foto Nr. 3 „Als Benu dich im Café angesehen hatte war mir bereits klar, dass du auf ihn reinfallen wirst. Ich habe dich damals in mei-nem Schlafzimmer gewarnt Joe. Benu ist ein Womanizer. Ich versuche es noch einmal. Überlege dir genau, auf wen du dich da einlässt. Ich spreche in deinem Interesse. Nicht nur die Eingangstür hier ist schwarz!“ (Fran)
Foto Nr. 2: "Benu hatte definitiv keine Lust gehabt, mit Ronald zum Lunch zu gehen. Ronald war der Einzige unter seinen Kollegen, den er nicht ausstehen konnte.  Warum musste Richard ausgerechnet ihn mitnehmen? Hatte er etwa diesen charakterlosen Schleimer für die ausgeschriebene Position als Inspektor ausgewählt? Nun gut. Jetzt standen sie bereits vor dem Café „Off Road“ und es gab kein Entkommen.  "
Foto 5: "Die beiden (Joe und Fran) konnten das Café mit seinem schlangenartig geschwungenen Dach, der großen Glasfront und der herrlichen Terrasse bereits sehen. Die ersten Liegestühle wurden gerade auf der Außenfläche aufgestellt. Enten sowie Schwäne tummelten sich auf dem See vor der Terrasse, um Kuchenreste von satten Touristen zu empfangen. Dabei wurden sie von  motivierten Familienvätern gestört, die ihre Kinder in blauen Booten über den See ruderten."
Foto7: "Benu zündete sich eine Zigarette an. Ihnen gegenüber befand sich der hässliche Betonbau, in dem seit Jahren ihr Arbeitsplatz lag. Er zerstörte fast das Flair der sonst so idyllischen Lambs Conduit Street."
Foto 10: "Benu dachte an Joes Traum. Hatte ihn Anubisdos zum Britischen Museum geführt, um Nesperennub zu treffen? Was für ein Schwachsinn. Das war unmöglich. Er konnte an diese ganze Geschichte nicht glauben. Eine Mumie, die lebte? Die ihn heimsuchte, um zu überleben? Diese Geschichte war ja reif für eine Verfilmung! "
The Pav Bar
Foto 8: "Als sie den Great Court betraten, öffnete sich ihnen der Zugang zu einer anderen Welt. Die riesige Glaskuppel ließ das Licht in den fast weißen Raum fluten. Sie wurde von Metallzweigen durchzogen, die den Himmel in viele kleine Puzzleteile zerlegte, ohne das Gesamtbild zu zerstören. Einst hatte sich hier der freie Innenhof des Britischen Museums befunden, der nun aufwendig in einen Empfangssaal mit einem Museumsshop, einem Restaurant und Ausstellungsräumen umgewandelt worden war."
Foto 11: "Sie waren eingepfercht, eingepfercht wie Schafe. Auf dem höchsten Turm hing die weiße Fahne leblos nach unten. Ein Friedensangebot, wenn da nicht die blutrote Schrift auf dem weißen Stoff gewesen wäre."
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